Artist Statement
Mich interessieren Momente des Übergangs – jene fragilen Zustände, in denen vertraute Strukturen sich auflösen und etwas Neues noch keine Gestalt angenommen hat. Gerade in diesen Momenten der Ungewissheit wird für mich das Wesen des Menschseins besonders sichtbar.
Anstatt die Katastrophe selbst darzustellen, erforsche ich, wie Menschen auf Instabilität, Transformation und den Verlust von Gewissheit reagieren. Meine Arbeiten reflektieren Widerstandskraft, Verletzlichkeit und die Suche nach innerem Gleichgewicht, wenn äußere Strukturen ins Wanken geraten.
In meinen überwiegend mit Acryl auf Leinwand entstandenen Werken entwickle ich vielschichtige Bildräume, in denen transparente Farbschichten, gestische Spuren und geometrische Strukturen miteinander in Dialog treten. Diese Elemente illustrieren keine Ideen unmittelbar, sondern eröffnen visuelle Räume, in denen Wahrnehmung fließend bleibt und Bedeutung allmählich entsteht.
Geometrie erscheint in meinen Arbeiten nicht als starres System, sondern als eine visuelle Sprache, die vorübergehende Orientierung in kontinuierlichem Wandel ermöglicht. Farbe, Bewegung und Struktur treten dabei in einen fortwährenden Dialog und erlauben das Nebeneinander von Ordnung und Chaos, ohne zu einer endgültigen Auflösung zu gelangen.
Mein aktueller Werkzyklus Humanity in Transition reflektiert die emotionalen und existenziellen Herausforderungen des gegenwärtigen Lebens und sucht zugleich nach Momenten der Hoffnung, der Verbundenheit und der Transformation. Anstatt eindeutige Antworten zu geben, laden meine Arbeiten dazu ein, innezuhalten, zu reflektieren und die eigene Erfahrung des Menschseins in einer sich ständig wandelnden Welt zu entdecken.